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"Pleasure": Arbeit mit dem Frauenkörper, die die Seele auffrisst

“Pleasure”: Arbeit mit dem Frauenkörper, die die Seele auffrisst

Linnea (19) verlässt eine Kleinstadt in Schweden, um in Los Angeles Pornodarstellerin zu werden. Als Bella Cherry will sie der neue Star der Branche werden.

Die Ausgangslage von “Pleasure” vermag bei den einen Unverständnis, sogar Abscheu erzeugen, bei anderen instinktive Neugierde. Noch dazu, wo die Schwedin Ninja Thyberg (37) ihr Langfilmdebüt hauptsächlich mit echten US-Pornodarstellern und -darstellerinnen besetzt hat. Die Hauptrolle ging an Schauspielerin Sofia Kappel (23).

Wer viel und gerne Filme sieht, mag noch etwas spüren – das unangenehme Gefühl, dass Thyberg einen vorhersehbaren Absturz zeigt, mit dem sie die Bedeutung ihrer Arbeit schmälert. “Pleasure” erzählt aus rein weiblicher Perspektive von einem männlich dominierten Business krasser Gegensätzlichkeit: Seine Produkte sind permanent verfüg-wie konsumierbar, zum Tischgespräch gehören simie selbst 2022. So ist die Frage, wie es hier um Macht und Gewalt bestellt ist, kaum öffentlich wirksamer Teil der MeToo-Debatte geworden.

Doch mit das Beste, was “Pleasure” gelingt, ist, Bella Cherry vor diesem Hintergrund viel erfolgreicher werden zu lassen, als man dachte. Mit eisernem Willen überwindet sie ihre Grenzen: den allerersten Dreh, die heftigeren Jobs, die “perverseren” Drehs für ihren neuen Agenten. Kappel zeigt eine enorm ausgereifte darstellerische Leistung in allen emotionalen Facetten. Im Kern strahlt sie stets gewisse Nüchternheit aus, die Thybergs Darstellung der Pornosets spiegelt: routiniertes, fabrikartiges Abarbeiten nach striktem ökonomischen Rahmen, in denen Frauen “theorefentischgen “Nein. Was passiert, wenn sie es tun? “Pleasure” zeigt dies auf eine Art, die den gesamten Film prägt: nicht so, dass man alles sieht, aber jeden Abgrund spürt.

Wie stark sich Bella dabei entmenschlicht, formt Thyberg zur packenden Botschaft. Noch glaubwürdiger wäre sie, hätte sie Bella zum Finale hin ihren Erlebnisse angemessen Nerven zeigen lassen.

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“Pleasure”: S/NL/F 2021, 109 Min. Jitzt im Kino

Oön Bewertung:

Der Trailer zum Film: